Konzerte aktuell

Sonntag, 8. November 2026, 18.00 Uhr
Taborkirche Berlin-Wilhelmshagen

Sonntag, 15. November 2026, 17.00 Uhr

Requiem − Media vita in morte sumus

Nicolas Gombert (* um 1495 † um 1560)
Media vita in morte sumus

Orlando di Lasso (1532 – 1594)
Psalmus Poenitentialis II
Beati quorum remissæ sunt iniquitates

Jan Pieterszoon Sweelinck (1561–1621)
Fantasia chromatica SwWV 258

Antonio Lotti (1667 – 1740)
Missa pro defunctis à 4 voci
– Introitus (Requiem aeternam)
– Kyrie
– Sequentia (Dies irae)
– Offertorium
– Sanctus
– Benedictus
– Agnus Dei 

Berliner Vokalkreis
Leitung: Johannes Raudszus
Orgel: Ekkehard Krüger

 

Requiem − Media vita in morte sumus

Drei Komponisten, drei Epochen, drei unterschiedliche musikalische Sprachen: Nicolas Gombert, Orlando di Lasso und Antonio Lotti. Ihr gemeinsamer Bezugspunkt sind Texte und Formen der geistlichen Musik, die sich mit Vergänglichkeit, Buße, Vergebung und dem Tod auseinandersetzen. Über einen Zeitraum von rund zweihundert Jahren zeigt das Programm, wie unterschiedlich diese Themen musikalisch gestaltet werden können.

Den Auftakt bildet Nicolas Gomberts Media vita in morte sumus. Der aus dem mittelalterlichen Offizium stammende Text steht exemplarisch für die enge Verbindung von Liturgie und Musik in der Renaissance. Gombert entwickelt daraus einen dicht gearbeiteten polyphonen Satz. Die Stimmen sind eng miteinander verwoben und greifen die Textzeilen in immer neuen Kombinationen auf. Dabei entsteht eine Musik, deren Wirkung weniger durch starke Kontraste als durch die kontinuierliche Bewegung und Verdichtung des Klanges geprägt ist.

Orlando di Lassos Beati quorum remissæ sunt iniquitates stammt aus seinem Zyklus der sieben Bußpsalmen. Der Psalm 32 beschäftigt sich mit Schuld, deren Anerkennung und ihrer Vergebung. Lasso reagiert besonders differenziert auf die Struktur und den Ausdruck des Textes. Zwischen den Stimmen entstehen wechselnde Dialoge und Verdichtungen, während einzelne Textgedanken musikalisch hervorgehoben werden. So wird die polyphone Schreibweise unmittelbar zum Mittel der Textausdeutung.

Mit Antonio Lottis Missa pro defunctis à 4 voci führt das Programm schließlich in eine deutlich andere Klangwelt. Zwischen Lottis Werk und den Kompositionen Gomberts und Lassos liegen rund zweihundert Jahre musikalischer Entwicklung. An die Stelle der ausschließlich polyphonen Stimmen tritt nun eine konsequent vierstimmige Anlage des Satzes. Die einzelnen Stimmen erhalten dadurch eine andere klangliche Funktion und größere harmonische Zusammenhänge treten in den Vordergrund. Zugleich bleibt die Konzentration auf den liturgischen Text erhalten.

Die Programmzusammenstellung macht damit nicht nur einen zeitlichen Wandel hörbar. Sie zeigt auch unterschiedliche Möglichkeiten, Sprache musikalisch zu gestalten: vom engmaschigen Kontrapunkt Gomberts über Lassos ausgesprochen textbezogene Polyphonie bis zur klareren, harmonisch geprägten Tonsprache Lottis.

Media vita in morte sumus bildet dabei den Ausgangspunkt und zugleich eine Art Überschrift für das gesamte Programm. Die drei Werke nähern sich dem Thema aus unterschiedlichen Perspektiven und machen dabei hörbar, wie sich musikalische Ausdrucksformen verändern können, während die zugrunde liegenden Texte über Jahrhunderte hinweg ihre Bedeutung behalten.

 

 

 

 

 

Freitag, 4. Dezember 2026, 19.00 Uhr
Dorfkirche Karow

Sonntag, 6. Dezember 2026
Dorfkirche Groß Glienicke 

„…denn dein Licht kommt!“

Chormusik der deutschen Romantik
zu Advent und Weihnachten

mit Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy, 
Heinrich von Herzogenberg, Albert Becker,
Richard Bartmuß, Max Gulbins u.a.

Dieses Weihnachtsprogramm des Berliner Vokalkreises widmet sich der festlichen Chormusik der deutschen Romantik für Advent und Weihnachten. Die Epoche der Romantik, die im 19. Jahrhundert zur Blüte gelangte, brachte eine Fülle geistlicher Chormusik hervor, die bis heute durch ihren warmen Klang, ihre Ausdruckskraft und ihre innige Verbindung von Text und Musik berührt. Im Zentrum stehen Werke, die das adventliche Warten, die Verheißung des kommenden Lichts und die Freude über die Geburt Christi zum Klingen bringen.
David Hermann Engel eröffnet das Programm mit der bekannten Motette Machet die Tore weit, die seit ihrer Entstehung fester Bestandteil des Adventsrepertoires ist. Johann Christian Weeber und Arnold Mendelssohn greifen in ihren Kompositionen ebenfalls die adventliche Erwartung des Königs auf. Heinrich von Herzogenberg, einer der bedeutendsten protestantischen Kirchenkomponisten der Romantik, ist mit mehreren eindrucksvollen Stücken vertreten, darunter Das Volk, so im Finstern wandelt, Freue dich, du Tochter Zion sowie sein Weihnachtslied aus op. 28.
Auch Albert Becker, ein zu seiner Zeit hochgeschätzter Komponist und Dirigent, steuert mehrere Motetten bei, die mit ihrer dichten Harmonik und der feierlichen Klangsprache die ganze Wärme romantischer Chormusik entfalten. Felix Mendelssohn Bartholdy, dessen geistliche Musik bis heute eine zentrale Rolle im Repertoire spielt, ist mit zwei Sätzen aus den Sechs Sprüchen op. 79 vertreten, die mit ihrer Prägnanz und Klangfülle die ganze Meisterschaft Mendelssohns zeigen.
Daneben erklingen Werke weniger bekannter, aber nicht minder inspirierter Komponisten wie Karl Eduard Nössler, Max Gulbins, Richard Bartmuß, Carl Gottlieb Reißiger und Carl Josef Thiel. Mit ihrer Musik bereichern sie das adventlich-weihnachtliche Repertoire um wertvolle Facetten – von der zarten Innigkeit bis zur festlichen Strahlkraft.
So ist im Konzert ein abwechslungsreiches Programm zu hören, das die Vielgestaltigkeit der romantischen Chormusik hörbar macht: Musik, die tief in der kirchlichen Tradition verwurzelt ist und zugleich den romantischen Ausdrucksreichtum entfaltet. Die Zuhörenden erwartet eine stimmungsvolle musikalische Reise durch Advent und Weihnachten, die in den Chorwerken der Romantik ihren besonderen Zauber findet.